Zitate und Gedanken zu Sander und Johr (1992): BeFreier und Befreite. Krieg, Vergewaltigung, Kinder

Es werden in dem Beitrag zentrale Gedanken aus dem Sammelband zusammengestellt, kommentiert und teilweise kritisch beleuchtet. Von der Frauenforscherin Ingrid Schmidt-Harzbach wird der interessante Gedanke eines Vergewaltigungssyndroms in Bezug auf die gesellschaftliche Reflexion der Thematik geäußert. Da der Begriff in der Psychiatrie bereits belegt ist, wird vorgeschlagen, dass Syndrom als Schmidt-Harzburg-Syndrom zu bezeichnen. Barbara Johr stellt ausführlich eine Berechnung der Anzahl vergewaltigte Frauen in Berlin im Jahre 1945 dar, die allerdings zahlreiche Fehler und Unklarheiten enthält. Es wird aufgrund von ermittelten Zahlen der Bevölkerungsstatistik in Berlin eine eigene Rechnung angegeben, die sich von den Ergebnissen von Johr teilweise erheblich unterscheidet.


Zitate und Gedanken zu Gebhardt (2015): „Als die Soldaten kamen“

Miriam Gebhardt hatte mit ihrem Buch den Mythos widerlegt, dass nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Frauen von Soldaten der Roten Armee vergewaltigt wurden, während die amerikanischen, französischen und britischen Soldaten den Frauen Blumen und Schokolade schenkten. Es werden die damit im Zusammenhang stehenden, von ihr widerlegten Mythen angegeben. Ausgehend von Geburtenzahlen in der alten BRD ermittelt sie, dass zum Beispiel annähernd 190.000 in der alten Bundesrepublik lebende Frauen amerikanischen Tätern und insgesamt 565.000 Frauen sowjetischen Tätern zum Opfer gefallen sind. Unverständlich ist, dass angesichts der bedeutsamen Thematik die Berechnungen von Gebhardt eine Reihe von Fehlern und Unzulänglichkeiten aufweisen, die im Beitrag genannt werden. Es wird auf den von Gebhardt angegebenen Gegensatz von potenziellen Tätern und Opfern eingegangen.


Zitate und Gedanken zu „Die Evolution der Gewalt“ (Meller et al. 2024)

In dem Buch geben ein deutscher Provinzialrömischer und Prähistorischer Archäologe, ein deutscher Historiker und Literaturwissenschaftler sowie ein niederländischer Zoologe und Anthropologe in wissenschaftlich fundierter, in sehr anschaulicher und oft unterhaltsamer Weise einen Überblick über die Genese der Gewalt in der Geschichte der Menschheit. Der zentrale Gedanke des Buches lautet: „Krieg ist nicht ewig. Menschheitsgeschichtlich betrachtet, hat er sich vor erstaunlich kurzer Zeit an die Seite der Menschen gesellt. Es handelt sich also um eine Anomalie, eine Verirrung. 99 Prozent der Evolution kamen Menschen ohne ihn aus. Damit steht fest: Wir haben das Potenzial, in Frieden zu leben“ (Meller et al. 2024, S. 329–330). In dem Beitrag werden die wesentlichen Gedanken des Buches zusammengestellt und mit Bemerkungen und Gedanken von mir insbesondere zur Frage wie die „Bestie zu zähmen ist“, kommentiert.